Heizkörpertypen einfach erklärt
Was Heizplatten und Konvektionsbleche leisten und wann Typ 11, 21, 22 oder 33 passt
Heizkörpertypen einfach erklärt
Typ 33 ist nicht automatisch besser als Typ 22
Bei Flachheizkörpern begegnen Ihnen Bezeichnungen wie Typ 11, Typ 21, Typ 22 oder Typ 33. Die höhere Zahl wirkt zunächst wie eine Qualitätsstufe. Genau das ist sie aber nicht.
Die Typennummer beschreibt den inneren Aufbau des Heizkörpers: wie viele wasserführende Heizplatten und wie viele Konvektionsbleche vorhanden sind. Mehr Platten und Bleche können bei vergleichbarer Höhe und Länge mehr Wärmeübertragungsfläche bereitstellen. Gleichzeitig wächst die Bautiefe.
Ob dieser Aufbau zum Raum passt, ergibt sich erst aus der benötigten Heizleistung, den Systemtemperaturen und dem Montageplatz.
Bevor wir die Typen vergleichen: Was steckt im Heizkörper?
Ein moderner Platten- oder Flachheizkörper besteht nicht einfach aus einer warmen Metallfläche. Im Inneren arbeiten wasserführende Heizplatten und, je nach Typ, zusätzliche Konvektionsbleche zusammen. Beide Bauteile übertragen Wärme. Sie tun das auf unterschiedliche Weise.
Was ist eine Heizplatte?
Die Heizplatte ist der wasserführende Teil eines Plattenheizkörpers. Sie besteht gewöhnlich aus geformten und miteinander verbundenen Stahlblechen. Zwischen diesen Blechen verlaufen Kanäle, durch die das erwärmte Heizungswasser strömt.
Das Heizwasser erwärmt das Metall. Die große Oberfläche der Platte gibt die aufgenommene Wärme anschließend an den Raum weiter. Ein Teil gelangt als Wärmestrahlung zu Personen und Oberflächen. Gleichzeitig erwärmt die Platte die Luft, die unmittelbar an ihr vorbeiströmt.
Die Heizplatte ist also nicht nur die sichtbare Vorderseite. Bei mehrlagigen Heizkörpern liegen weitere wasserführende Platten dahinter. Beim Typ 22 sind es zwei, beim Typ 33 drei.
Warum mehrere Heizplatten mehr Leistung ermöglichen
Eine zweite oder dritte Heizplatte vergrößert die wasserführende und wärmeabgebende Fläche innerhalb derselben Bauhöhe und Baulänge. Damit kann der Heizkörper unter vergleichbaren Bedingungen mehr Leistung bereitstellen.
Die zusätzlichen Platten stehen allerdings hintereinander. Dadurch wächst der Heizkörper in den Raum hinein. Außerdem liegt nicht jede Platte gleich frei zum Raum. Aus der Zahl der Platten allein lässt sich deshalb kein fester Leistungsgewinn ableiten. Maßgeblich bleiben die technischen Daten des konkreten Modells.
Was ist ein Konvektionsblech?
Das Konvektionsblech, oft auch Konvektorblech oder Wärmeleitblech genannt, ist ein gefaltetes beziehungsweise lamellenförmiges Metallblech. Es sitzt an einer Heizplatte und wird über den Kontakt mit der warmen Platte mit erwärmt.
Durch die Faltung entsteht auf engem Raum zusätzliche Oberfläche. Luft strömt von unten in die Zwischenräume, erwärmt sich an den Blechen und steigt nach oben. Kühlere Raumluft rückt nach. So unterstützt das Konvektionsblech die natürliche Luftbewegung am Heizkörper.
Das Blech führt kein Heizungswasser. Seine Aufgabe besteht darin, Wärme von der Heizplatte aufzunehmen und die für die Luft erreichbare Oberfläche zu vergrößern.
Warum Konvektionsbleche die Leistung erhöhen können
Ohne Konvektionsblech steht im Wesentlichen die Oberfläche der Heizplatte für die Wärmeabgabe zur Verfügung. Ein zusätzliches Lamellenblech schafft weitere warme Flächen im Luftstrom. Dadurch wird mehr Raumluft am Heizkörper vorbeigeführt und erwärmt.
Das erklärt auch, warum Heizkörper gleicher Höhe und Länge unterschiedliche Leistungen besitzen können. Ein Typ 20 hat zwei Heizplatten, aber kein Konvektionsblech. Ein Typ 22 besitzt ebenfalls zwei Heizplatten, ergänzt diese jedoch um zwei Konvektionsbleche.
Die zusätzliche Leistung kommt nicht aus dem Nichts. Sie hängt weiterhin von Heizwassertemperatur, Raumtemperatur, Durchfluss, Baugröße und konkreter Konstruktion ab.
Strahlungswärme und Konvektion arbeiten zusammen
Heizkörper geben Wärme gleichzeitig über Wärmestrahlung und Konvektion ab. Die sichtbaren beziehungsweise zum Raum gerichteten warmen Flächen tragen zur Strahlung bei. Konvektionsbleche verstärken vor allem die Erwärmung und Bewegung der Raumluft.
Wärmestrahlung | Konvektion |
|---|---|
Wärme wird von der warmen Oberfläche an Personen, Gegenstände und Raumflächen abgegeben. | Luft erwärmt sich an Heizplatte und Lamellen, steigt auf und verteilt Wärme im Raum. |
In der Praxis lässt sich ein Flachheizkörper nicht sauber in „Strahlungsheizkörper“ oder „Konvektionsheizkörper“ trennen. Beide Wege wirken gleichzeitig. Der innere Aufbau verschiebt lediglich ihre Anteile.
So lesen Sie die Typennummer
Bei den üblichen zweistelligen Typen steht die erste Ziffer für die Zahl der Heizplatten. Die zweite Ziffer nennt die Zahl der Konvektionsbleche.
Typ | Heizplatten | Konvektionsbleche | Aufbau kurz | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
10 | 1 | 0 | eine Platte | sehr flach, ohne zusätzliche Lamellen |
11 | 1 | 1 | eine Platte + ein Blech | schlanke Bauform |
20 | 2 | 0 | zwei Platten | mehr Plattenfläche, keine Konvektionsbleche |
21 | 2 | 1 | zwei Platten + ein Blech | mittlere Ausführung |
22 | 2 | 2 | zwei Platten + zwei Bleche | häufiger Allrounder |
30 | 3 | 0 | drei Platten | mehrlagig ohne Konvektionsbleche |
33 | 3 | 3 | drei Platten + drei Bleche | hohe Leistung, größere Bautiefe |
Die tatsächliche Bautiefe und Leistung unterscheiden sich je nach Hersteller und Baureihe. Maßgeblich sind die Produktdaten.
Typ 11: schlank, aber nicht für jede Aufgabe
Typ 11 besitzt eine Heizplatte und ein Konvektionsblech. Er bleibt vergleichsweise flach und kann dort passen, wo wenig Bautiefe gewünscht und der Wärmebedarf begrenzt ist.
Ob Typ 11 genügt, entscheidet nicht die Raumbezeichnung. Ein kleiner Raum im Altbau kann mehr Leistung benötigen als ein größerer Raum in einem gut gedämmten Gebäude. Gerade bei niedrigeren Systemtemperaturen wird die mögliche Leistung deshalb sorgfältig geprüft.
Typ 21: zwei Platten, ein Konvektionsblech
Typ 21 kombiniert zwei wasserführende Heizplatten mit einem Konvektionsblech. Er stellt mehr Plattenfläche als Typ 11 bereit, bleibt aber anders aufgebaut als Typ 22. Interessant kann das sein, wenn eine mittlere Bautiefe oder ein bestimmtes Verhältnis zwischen Platten- und Konvektionsfläche gesucht wird.
In der Produktauswahl wird Typ 21 nicht nach einer pauschalen Raumempfehlung gewählt. Verglichen werden Baugröße, Bautiefe und Leistung bei den vorgesehenen Temperaturen.
Typ 22: der häufige Allrounder
Typ 22 besitzt zwei Heizplatten und zwei Konvektionsbleche. Der Aufbau verbindet eine verbreitete Bautiefe mit einer vergleichsweise großen wärmeübertragenden Fläche. Deshalb findet sich Typ 22 in vielen Wohn- und Arbeitsräumen.
„Allrounder“ bedeutet trotzdem nicht „passt immer“. Ein Typ 22 kann zu klein, passend oder unnötig groß dimensioniert sein. Ebenso unterscheiden sich Modelle mit derselben Typennummer durch Höhe, Länge, Konstruktion und Leistungsdaten.
Typ 33: viel Oberfläche auf begrenzter Wandfläche
Drei Heizplatten und drei Konvektionsbleche machen Typ 33 deutlich tiefer. Bei gleicher Höhe und Länge steht gegenüber flacheren Typen mehr Wärmeübertragungsfläche zur Verfügung. Das kann helfen, wenn die Wandbreite begrenzt ist oder bei niedrigeren Systemtemperaturen mehr Heizkörperleistung benötigt wird.
Die größere Bautiefe ist gleichzeitig der Punkt, der gegen Typ 33 sprechen kann. Unter einer schmalen Fensterbank, an Laufwegen oder hinter Türen kann der Heizkörper zu weit in den Raum ragen. Reinigung und Zugänglichkeit sollten ebenfalls mitgedacht werden.
Typ 33 ist deshalb keine automatische Aufwertung. Er ist eine technische Möglichkeit für bestimmte Platz- und Leistungsanforderungen.
Typ 22 oder Typ 33?
Situation | Typ 22 kann passen, wenn … | Typ 33 kann passen, wenn … |
|---|---|---|
Wandfläche | ausreichend Länge oder Höhe verfügbar ist | mehr Leistung auf begrenzter Wandfläche benötigt wird |
Bautiefe | der Heizkörper möglichst wenig in den Raum ragen soll | größere Tiefe am Montageort nicht stört |
Heizleistung | die erforderliche Leistung bereits erreicht wird | Typ 22 in möglicher Baugröße nicht ausreicht |
Systemtemperatur | die Produktleistung bei den geplanten Temperaturen passt | zusätzliche Fläche für niedrigere Temperaturen gebraucht wird |
Die Tabelle ist keine Produktempfehlung. Sie zeigt, welche Fragen den Vergleich bestimmen. Die endgültige Wahl erfolgt mit Heizlast, Systemtemperaturen und Herstellerleistung.
Welche Typen passen zu einer Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe verlangt keinen bestimmten zweistelligen Heizkörpertyp. Entscheidend ist, ob der konkrete Heizkörper bei der geplanten Vorlauf- und Rücklauftemperatur die Raumheizlast deckt.
Mehr Platten und Konvektionsbleche können auf gleicher Wandfläche zusätzliche Leistung bereitstellen. Manchmal reicht deshalb ein größerer Typ 22, manchmal ist Typ 33 sinnvoll. An anderer Stelle passt ein speziell entwickelter Niedertemperaturheizkörper mit Lüfterunterstützung besser. Und wenn ein vorhandener Heizkörper bereits ausreicht, muss er nicht ersetzt werden.
Die Typennummer erklärt nicht alles
Typ 22 sagt nichts darüber aus, ob der Heizkörper 400 oder 2.000 Millimeter lang ist. Die Nummer verrät auch nicht die Bauhöhe, Anschlussart, Frontausführung oder konkrete Leistung.
- Typ und innerer Aufbau
- Bauhöhe und Baulänge
- Bautiefe
- Leistung mit zugehörigem Temperaturpaar
- Anschlussart und Anschlussposition
- verfügbarer Montageplatz
Erst diese Angaben zusammen ermöglichen einen sinnvollen Produktvergleich.
Drei kurze Fälle aus der Auswahl
Der vorhandene Typ 22 reicht aus
Der Raum wird bei den geplanten Temperaturen ausreichend versorgt, und die Bautiefe passt. Dann gibt es keinen technischen Grund, allein wegen der höheren Typennummer auf Typ 33 zu wechseln.
Mehr Länge ist nicht möglich
Unter dem Fenster steht nur eine begrenzte Wandbreite zur Verfügung. Reicht der mögliche Typ 22 nicht aus und ist genügend Tiefe vorhanden, kann Typ 33 eine Lösung sein. Geprüft wird das konkrete Modell.
Wärmepumpe und sehr niedrige Systemtemperatur
Der vorhandene Heizkörper liefert zu wenig Leistung. Ein stärkerer Standardtyp ist eine Möglichkeit. Ob er genügt oder ein spezielles Niedertemperaturmodell sinnvoller ist, ergibt sich aus Leistungsbedarf, Platz und Produktdaten.
Noch offen?
Ist ein Konvektionsblech wasserführend?
Nein. Das Heizungswasser fließt durch die Heizplatte. Das Konvektionsblech wird von der Platte erwärmt und vergrößert die Oberfläche für die vorbeiströmende Luft.
Warum hat Typ 20 zwei Platten, aber keine Konvektionsbleche?
Die erste Zahl beschreibt die beiden Heizplatten, die zweite Zahl null zusätzliche Konvektionsbleche. Solche Bauformen können beispielsweise bei besonderen Anforderungen an Reinigung oder Wärmeabgabe eingesetzt werden. Ob sie im Sortiment und für den konkreten Einsatz passen, ist produktspezifisch.
Ist Typ 33 immer leistungsstärker als Typ 22?
Bei gleicher Baureihe, Höhe, Länge und gleichen Temperaturbedingungen liegt die Leistung eines Typ 33 typischerweise höher. Für beliebige Heizkörper gilt der Vergleich so nicht: Ein großer Typ 22 kann mehr leisten als ein kleiner Typ 33.
Sind mehr Konvektionsbleche automatisch besser?
Nein. Sie erhöhen die für die Luft erreichbare Fläche, bringen aber auch mehr Bautiefe und erschweren je nach Aufbau die Reinigung. Benötigte Leistung und Einbausituation entscheiden.
Fazit: Erst verstehen, dann den Typ wählen
Heizplatten führen das Heizungswasser und stellen warme Oberflächen bereit. Konvektionsbleche führen kein Wasser. Sie nehmen Wärme von den Platten auf und vergrößern die Oberfläche für die durchströmende Luft.
Die Typennummer fasst diesen Aufbau zusammen. Sie ist hilfreich, aber keine Qualitätsnote. qpool24 empfiehlt deshalb: Heizlast und Systemtemperatur klären, mögliche Baugröße festlegen und anschließend den Typ wählen, der die benötigte Leistung am vorgesehenen Platz bereitstellt.
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